Siegfried (1) v.Marburg zum Paradies
† 9.4.1386.
Mitglied in Patriziergesellschaft: Alten Limpurg
Mitgliedschaftsstatus: Bis zum Tode
Biographische Information
† 9.4.1386. (Grabplatte heute in der Nikolaikirche) aus Marburg stammend, 1359 Ratsherr, 1360 kaiserl. Rat, 1363 Schöffe, 1366-1372 Stadtschultheiß,1373, 1379, 1381 und 1385 Älterer Bürgermeister. Er löste 1366 mit Genehmigung Kaiser Karls IV. die Reichspfandschaft über das Stadtschultheißenamt und über den königlichen Forst Dreieich ab, die der Landvogt in der Wetterau, Ulrich von Hanau, innehatte. 1372 trat er Amt und Forst an die Stadt Frankfurt ab, die nun "Reichsstadt" (reichsunmittelbar) war. 1351 erwarb er das Haus "zum Paradies" am Liebfrauenberg und 1366 das Nachbarhaus "zum Grimmvogel" an der Neuen Kräme. Er besorgte am kaiserlichen Hof eine Abschrift der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV. für die Stadt Frankfurt, bis heute eines der herausragenden Dokumente im Frankfurter städtischen Archiv. (Möglicherweise gehörte Siegfried zu den frühesten Mitgliedern der Gesellschaft Alten-Limpurg, die vermutlich Mitte des 14. Jahrhunderts ins Leben trat.) [1]
Ehepartner
Catharina Knoblauch
Ehepartner 2. Ehe:
Catharina Diemar
Fußnoten
[1] : Friedrich Schunder, Das Reichsschultheißenamt in Frankfurt am Main bis 1372, in: AFGK, 5. Folge, 2. Band, 2. Heft (1954) S. 49-64: V. Kapitel. Siegfried zum Paradies und die Übertragung des Schultheißenamts an die Stadt. -- FB II, S. 121f. -- Zu seiner Grabplatte vgl. Sofie Bauer, Die mittelalterlichen Grabdenkmäler, in: Werner Becher, Roman Fischer (Hg.), Die alte Nikolaikirche. Studien zur Stadt- und Kirchengeschichte, Studien zur Frankfurter Geschichte, Bd. 32 (Frankfurt 1992), S. 313ff. -- Die Ahnenwappen des Siegfried zum Paradies wurden im Hof vom Haus "zum Paradies" freigelegt.
PID
72036585